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Krimi-Autorin Wesner schreibt über nacktes Campen

Angelika Wesner: Textilfrei ins Jenseits – Ein Krimi (nicht nur) für Camper, Eigenverlag, Schwäbisch Gemünd 2014, ISBN 978-3-00-047768-3, 384 Seiten, 12.50 Euro.

Für den eingefleischten Naturisten ist es nicht ungewöhnlich, dass sich nackte Menschen auf einem Campingplatz tummeln. Für überzeugte Freunde des Nacktseins ist es jedoch unvorstellbar, dass die Oase der Freikörperkultur zu einem Tatort wird. Die Schriftstellerin Angelika Wesner hat in ihrem Kriminalroman „Textilfrei ins Jenseits“ die Anhänger des Nacktseins in den Verdacht gebracht. Denn auf einem baden-württembergischen Campingplatz haben FKK-Anhänger ein Stück des Campingplatzes separiert, um sich dort wohlzufühlen.

Diese Freude am Unbekleidetsein stößt nicht nur auf positive Resonanz bei Dauercampern und auch Urlaubern. Heftig sind manche emotionalen Reaktionen in der Umgebung. Dies ficht die Nacktcamper jedoch nicht unbedingt an. Sie entwickeln ihr Eigenleben, fühlen sich in der eigenen Haut wohl. Durchkreuzt wird die subjektiv empfundene Idylle von einem überraschenden Todesfall und noch weiteren erschreckenden Geschehnissen.

Die Journalistin Angelika Wesner weiß, worüber sie schreibt. Denn sie ist gemeinsam mit ihrem Lebenspartner selber eine begeisterte Camperin. Sie muss den Alltag auf den Campingplätzen sehr aufmerksam beobachtet haben. Denn sonst wäre es ihr nicht gelungen, mit großem Humor und der Freude am Detail das Camperleben zu beschreiben. Das eigene Lächeln begleitet die Lektüre der abwechslungsreichen Kriminalgeschichte „Textilfrei ins Jenseits“.

Sympathisch kommen die Protagonisten daher. Die Kriminalkommissare Jennifer Reitmann und Rainer Sommer werden als spezialisiertes Ermittlerteam undercover mit dem Zeltanhänger auf den Campingplatz geschickt. Sie entwickeln sehr eigene Recherche-Methoden. Gewürzt ist das Miteinander der beiden durch die Zuneigung, die Jennifer und Rainer füreinander empfinden. Es menschelt zwischen den beiden. Es menschelt durch die fast 400 Seiten hindurch.

Selbst die schwäbelnde Madeleine, die Lebensabschnittsgefährtin von Rainer, wird mit großer Liebe dargestellt. Sie kämpft um die Aufmerksamkeit des geschiedenen Mannes, der um Orientierung in seinem Leben ringt. Wesner zeigt eine große Freude daran, die Mentalitäten der Menschen darzustellen. Amüsiert folgt man den Erzählungen, als Madeleine nicht nur Jennifer und Rainer auf dem Campingplatz besucht, sondern Rainer mit verführerischen Dessous zu reizen versucht und damit über den eigenen Schatten springt. Vor Augen hat man auch die örtlichen Streifenpolizisten, die täglich über den Campingplatz streunen, um ein Gefühl der Sicherheit zu vermitteln.

Es fällt schwer, den kurzweiligen Kriminalroman „Textilfrei ins Jenseits“ aus der Hand zu legen. Die Neugierde auf das zu erwartende Geschehen setzt sich immer wieder gegen die Vernunft durch. Deshalb lohnt es sich, das Buch zu einem gemütlichen Wochenende auf dem Campingplatz mitzunehmen oder schon frühzeitig in den Urlaubskoffer zu packen. Es gibt keinen Grund, die Lektüre zu bereuen. Vielmehr hat der (naturistische) Camper eigene Erlebnisse und Erfahrungen vor Augen. Kurzum: Unterhaltung garantiert !

Christoph Müller

 

Bitte beachten:

Am Samstag, 25. Juni, 20:00 Uhr ist Angelika Wesner zu einer Veranstaltung beim Lichtbund Niederrhein in Duisburg vor Ort zu erleben. Auf nach Duisburg !

http://www.lbn-duisburg.de/de/verein/veranstaltungen.html?mc_id=308

 


21. Bonner-International Boule-Turnier

An Pfingsten 2016 fand beim Familiensportbund Bonn auf seinem Vereinsgelände in Wachtberg das traditionelle Boule-Turnier mit internationalen Gästen statt.

Bonn/Wachtberg. Am 14.06.2016 fanden sich insgesamt 28 Teilnehmer (14 Doubletten) zu dem traditionsreichen Boule-Turnier auf dem Sportgelände des FSB Bonn in Wachtberg-Arzdorf ein. Pünktlich um 10:00 Uhr begrüßten der Turnierleiter Franz Krebs und der 1. Vorsitzende des gastgebenden Vereins, Friedhelm Trinkl, die Teilnehmer aus den Vereinen „de Peelrand“ (NL), FSB Haard und FSB Bonn.

Anschließend war es dann soweit, die erste Zielkugel – das „Schweinchen“ – konnte rollen. Gespielt wurde mit festem Partner nach Schweizer System und den Regeln des Deutschen-Pétanque-Verbandes. Die jeweiligen Gegner wurden vor jeder der fünf Spielrunden neu ausgelost.

An beiden Spieltagen entwickelten sich spannende, teilweise aufregende, manchmal sogar dramatische Spiele. Aufgrund der schlechten Wettervorhersage im Vorfeld blickten die Teilnehmer ein ums andere Mal sorgenvoll in den Himmel. Entgegen den Erwartungen konnten vier von fünf Spielrunden trocken absolviert werden, zeitweilig zeigt sich sogar die Sonne. Lediglich eine Spielrunde musste wegen eines kleinen Regen-/Hagelschauers kurz unterbrochen werden. Diese Unterbrechung tat der Spielfreude jedoch keinen Abbruch, nach kurzer Zeit konnte der Spielbetrieb wieder fortgesetzt werden. Alle Partien wurden in sportlich fairer und freundschaftlicher Atmosphäre ausgetragen.

Der Turnierleiter Franz Krebs ermittelte nach Ende der letzten Runde die Siegerpaarungen. Auf das Siegertreppchen konnten sich in diesem Jahr ausnahmslos Spieler/innen des FSB Bonn qualifizieren. Dies stellt ein Novum in den letzten Jahren der Turniergeschichte dar. In vergangenen Jahren hatten häufig unsere niederländischen Boule-Freund den Gesamtsieg erringen können. Auch die letztjährigen Sieger Marlies Hagenkamp und Dieter Beese vom FSB Haard konnten Ihren Titel nicht verteidigen.

In diesem Jahr spielten sich Evi Fietz und Christel Längin mit 4:1 Spielen und 63:42 Punkten auf den ersten Platz. Mit 4:1 Spielen und 58:40 Punkten folgten Manfred Hätty und Renate Siefer auf Platz zwei. Den dritten Platz auf dem Treppchen sicherten sich Wolfgang Strobel und Helmut Töpel mit ebenfalls 4:1 Spielen aber 56:40 Punkten.

Nach der Siegerehrung konnten sowohl

die Teilnehmer als auch der ausrichtende Verein eine positive Bilanz zum Turnier ziehen. Auch dank der netten Gäste wurde das diesjährige Bonner-International Boule wieder ein Erfolg.

Am Sonntagnachmittag gegen 14:30 Uhr endete ein insgesamt "rundes" Wochenende. Zufrieden äußerte sich auch der Turnierleiter: „Alles war gut vorbereitet und verlief reibungslos. Wir freuen uns schon auf die Ausrichtung der 22. Ausgabe des Turniers im Jahr 2017.

 


In Duisburg trifft Kultur auf Naturisten-Föderation

Von Christoph Müller

Mit innovativen Ideen müssen Naturisten für die eigene Sache werben. Dies denkt sich auch Hans-Peter Gobien, der Mitglied im Lichtbund Niederrhein in Duisburg ist. „Kultur meets Naturisten“ steht über einer Veranstaltung, die am Samstag, 25. Juni 2016, auf dem Vereinsgelände des naturistischen Breitensportvereins im Duisburger Süden stattfinden wird. Denn um 20:00 Uhr wird an diesem Abend die Journalistin und Schriftstellerin Angelika Wesner ihre Krimi-Komödie vorführen.

„Ich bin davon überzeugt, dass die Türen und Tore zwischen uns Naturisten und den Nicht-Naturisten durchlässiger werden sollten“, meint Gobien. Es gehe ihm darum, aufeinander neugierig zu sein und nicht skeptisch zu bleiben, was denn hinter dem Zaun der Vereinsgelände der Vereine stattfinde. Mit Angelika Wesner ist dem LBN Duisburg ein besonderer Coup gelungen. Denn mit dem Kriminalroman „Textilfrei ins Jenseits“ hat sie den Alltag von Naturisten etwas mehr in den Fokus gerückt.

Im Mittelpunkt ihrer beiden Camping-Krimis stehen der Kriminalbeamte Rainer Sommer und dessen Kollegin Jennifer Reitmann, die gemeinsam während eines undercover-Einsatzes der SOKO Camping einen Mordfall auf einem Campingplatz aufklären sollen. Getarnt als frisch verheiratetes Ehepaar mischen sich die zwei unter das campende Volk, um möglichst unauffällig den möglichen Tätern auf die Spur kommen. Das ist mitunter nicht ganz einfach, weil der brummige Rainer und die lebenslustige Jenny mit ihren menschlichen Schwächen und Marotten durchaus auch mal selbst ihre eigene Tarnung gefährden.

Angelika Wesner ist mit ihrem Mann Andy selber mit dem Wohnmobil unterwegs. So scheint der genaue Blick auf das, was auf Campingplätzen geschieht, sicher der Stoff, aus dem die abwechslungsreichen und lebendigen Geschichten von Wesner sind. In ihrem Bühnenprogramm „Kriminelle CampingKomödie“ präsentiert die Autorin eine heitere Mixtur aus Krimilesung, Bildprojektionen und Szenen aus dem Campingleben. „So wird es auch in Duisburg geschehen“, verspricht Hans-Peter Gobien.

Gobien will Naturisten und ihre Breitensportvereine ermutigen, auf neuen Pfaden zu laufen. Es hilft nicht, über Mitgliederschwund zu klagen. Es müssten Wege gesucht werden, welche attraktiven Angebote neben Naturismus und Sport gemacht würden. Er spricht sich dafür aus, die ein oder andere Musik-Band oder den ein oder anderen bildenden Künstler für die eigene Sache zu gewinnen. Veranstaltungen in den Gemeinden, in denen die naturistischen Breitensportvereine daheim sind, seien genauso möglich wie die Einladung auf die eigenen Vereinsgelände. „Wir müssen Gemeinsamkeiten schaffen statt Berührungsängste aufrechterhalten“, so Gobien.

Die Präsidentin der Internationalen Naturisten-Föderation (INF), Sieglinde Ivo, ist ganz angetan von der Idee, die der LBN Duisburg Ende Juni in die Tat umsetzen wird. Es müsse Nachahmer finden quer durch den deutschsprachigen Raum. Schon in den eigenen Reihen der Naturistinnen und Naturisten gebe es soviel Kreativität und Ideenreichtum, der in einem Netzwerk zwischen Vereinen einem breiteren Publikum zugänglich gemacht werden könnte. Die Aktion „Kultur trifft Naturisten“ signalisiere, dass man bereit sei, aus dem Trott des Alltags heraus zu treten.

Veranstaltung

Foto: Angelika Wesner
Journalistin und Buchautorin

 

 

 


 

Mitgliederversammlung der FSG NW zeigt, woran gearbeitet werden muss

Von Christoph Müller (Familien-Sport-Gemeinschaft Nordrhein-Westfalen)

Es sind schon mühsame Stunden, die die Familien-Sport-Gemeinschaft Nordrhein-Westfalen (FSG NW) in diesen Tagen erlebt. Denn auf der alljährlichen Mitgliederversammlung des naturistischen Breitensportverbandes auf dem Gelände des Familien-Sport-Bundes Bonn in Wachtberg – Arzdorf hat sich gezeigt, dass es im Gebälk knarrt. Die FSG NW hat mit Fakten zu kämpfen, die das Ehrenamt derzeit mit voller Wucht trifft.

„Wir sind mit den Schwierigkeiten nicht allein“, stellt FSG NW – Präsident Günther Hedderich fest. In vielen Mitgliedsverbänden des Landessportbundes Nordrhein-Westfalen zeige sich auch, dass die bindende Kraft der Sportvereine und der dazugehörigen Verbände den reiz verlören. Es sei eine Erscheinung der Zeit und habe sicher eine Vielzahl von Gründen. Dass es den Wunsch unter vielen Mitgliedern gebe, lediglich auf den Spaß zu setzen, sei sicher nur eine Seite der Medaille.Eine andere Seite der Medaille sei, dass die Anforderungen an Vorstände bezüglich der persönlichen Haftung so immens wüchsen, meint FSG NW – Präsident Hedderich.

Die FSG NW steht künftig erst einmal ohne einen Vizepräsidenten Finanzen da, da der bisherige engagierte Naturist nicht mehr zur Verfügung steht. Pragmatisch löst Hedderich das Problem und wird diesen Teil der Präsidiumsarbeit als Dienstleistung outsourcen. Es bleibe keine andere Wahl, bis die FSG NW mit ihren mehr als 30 Mitgliedsvereinen im bevölkerungsreichsten Bundesland konsolidiert habe, meint Hedderich.

Doch auch der Präsident des Deutschen Verbands

für Freikörperkultur e.V. (DFK), Herbert Steffan, hat sich der Kritik stellen müssen. Der DFK-Präsident hat Anfragen parieren müssen, bei denen die Vorstände der FSG NW – Mitgliedsvereinen nach dem Nutzen sämtlicher Verbandsstrukturen und den damit verbundenen Kosten der Vereine fragten. Steffan appellierte an die Solidarität und erinnerte daran, dass über die Verbandsstrukturen die Anbindung an die Sportbünde und die Gemeinnützigkeit gewährleistet würde.

Die Verantwortlichen aus den Mitgliedsvereinen der FSG NW haben einmal mehr die Gelegenheit genutzt, sich untereinander auszutauschen. Schließlich haben sich die Vereinsvorstände vor Ort mit vergleichbaren Fragen abzumühen, um das Leben und Überleben der naturistischen Breitensportvereine zu gewähren. So gibt es immer wieder Fragen, die um die Gemeinnützigkeit im Abgleich mit den Finanzbehörden geklärt werden müssen. Es gibt gleichzeitig Klärungsbedarf bezüglich der Aufrechterhaltung eigener Sportanlagen. „Allein für diesen Austausch lohnt sich die Mitgliederversammlung in jedem Jahr“, ist aus den Reihen zu hören gewesen.

Kleine Zeichen der Anerkennung haben drei Vereinsvorstände im Rahmen einer Auslosung von Reisegutscheinen bekommen. So hatten der FKK-Campingplatz im württembergischen Hilsbachtal sowie die österreichischen Naturistengelände Müllerhof und Rutar Lido dem DFK und der FSG NW Gutscheine zur Verfügung gestellt. „Wenn die Menschen im Ehrenamt schon so viel Zeit und Kraft lassen, dann ist ein solcher Bonus mehr als eine Selbstverständlichkeit“, glaubt FSG NW – Präsident Hedderich.

Für den Terminkalender: Die nächste FSG NW – Mitgliederversammlung wird am 26. März 2017 in Witten stattfinden.

Fotos: Christoph Müller