Manege frei

50 Jahre alt? Was heißt hier alt? Die FSG Marbecker Bund e.V. bewies, dass bestimmte Zahlen nur einen tollen Grund zum Feiern liefern, aber wie, das bleibt den Gastgebern überlassen. Und so gestalteten und erlebten Nachbarn, Freunde, die Präsidenten von FSG NW und DFK sowie über 100 Mitglieder am 24. August eine Party, die so schnell niemand vergessen wird.

Schon vor einem Jahr begannen die Planungen des Eventteams AcAnAnDi für das Fest, wobei es als Erstes galt, ein Thema festzulegen. Warum es „Zirkus“ wurde – dafür gibt es sicherlich viele Erklärungen. Die beste: Es sollten möglichst viele Sonnenhofler einbezogen werden, d.h. die einzelnen Gänge des Campingplatzes wurden gebeten, sich eine Zirkusnummer auszudenken.

Und irgendwann begann überall auf dem Platz das Getuschel. Geheimnisvolle Gruppen zogen mit Hunden aus dem Hintereingang oder wanderten mit Schubkarre und dicken Paketen aus dem Haupttor. Wenn man Letzteren gefolgt wäre, hätte man auf dem nahegelegenen Vorplatz der Biogasanlage Menschen auf kleinen Holzpferden durch die Gegend reiten sehen. Nicht wenige

Autofahrer, die diese Stelle passierten, bekamen Schwierigkeiten, sich auf das Fahren zu konzentrieren. Und dann gab es noch diejenigen, die sich mit Gitarre in der Villa verschanzten. Die Einzige, die nicht zu üben brauchte, war „Die Kämpferin der Dorfmitte“, für die das Programm bereits stand.

Besonders wichtig fanden alle die Geheimhaltung: So konnte es passieren, dass man sich drei in ein lebhaftes Gespräch vertieften Sonnenhoflern näherte, nur um Sekunden später keinen Ton mehr zu hören, außer vielleicht: „Echt heiß heute…“ Niemand wusste, was die „anderen Gänge“ genau vorbereiteten, „geheim“ schien das wichtigste Wort der letzten Wochen.

Endlich war es soweit: Viele Helfer bauten bereits am Donnerstag die Zelte auf und stellten die Tische um. Am Freitag ging es mit der Konstruktion eines Zirkuszeltes weiter, das frei nach dem Spruch „Fantasie findet immer einen Weg“ aus Fahnenreihen, Leinen und Krepp entstand. Dank vieler Hände und Köpfe ein Meisterwerk der Architektur. Gekrönt wurde die Manege von einer großen 50, die in der Mitte hing, vervollständigt durch Heuballen, die rundherum als Sitzgelegenheiten aufgebaut waren. Samstag blieb immer noch viel zu tun: Schmücken, Wein- und Sektbar aufbauen, Tombolazelt bestücken, DJ-Pult einrichten, Anlage aufbauen, Popkornmaschine vorbereiten, Zapfanlage anschließen, Kühlschränke füllen, Vorbestellungen abholen, und…und…und. Trotz heißer Temperaturen war alles rechtzeitig erledigt, sodass am Spätnachmittag auch unter den Helfern nur noch gespannte Vorfreude herrschte.

Endlich kam der große Moment: Zirkusdirektor Dieter, der locker und professionell durch das Programm führte, gab die Manege frei. Den Anfang machte die „Frostparade“, die Anwohner der „Eiszeile“ mit ihren Hunden, begleitet von einem Eismann, der freigiebig jede Menge Gefrorenes unter den Zuschauern verteilte. Die nachfolgende Hundedressur, bei der die Artisten (Mensch und Tier) alles gaben, stand einer Löwennummer in nichts nach. Das Publikum zeigte sich begeistert. Als nächste Artistin betrat „Die Kämpferin der Dorfmitte“ die Matte: Ihre zweiteilige Taekwondo-Darbietung ließ sicherlich bei vielen Erleichterung aufkommen, nicht als Sparringspartner mitmachen zu müssen. Den dritten Programmpunkt bestritten die mit einem kunstvoll gestalteten Wappentier einlaufenden „Sonnenreiter“ (Anwohner des „Sonnengangs“), die nicht nur Spring- und Dressurübungen vorführten – der Vergleich mit Höchstleistungen beim „Turnier der Sieger“ in Münster ist sicherlich nicht zu hoch gegriffen – , sondern sich auch eine wilde Verfolgungsjagd zu (Holz) Pferden lieferten. Den Abschluss machten „Die Bunten von der Dorfmitte“, deren kollektiver „Handstand“ zu Beginn ihres Auftritts das Publikum tief beeindruckte. Beim anschließenden neuen Vereinslied (Liedzettel waren verteilt worden) erschallte plötzlich der Refrain aus über 100 Kehlen: „Wir sind die Sonnenhofler …“

Das Publikum zeigte immer wieder seine Begeisterung, die sich in La Ola-Wellen, Trampeln und lang anhaltendem Applaus ausdrückte. Alle waren sich einig: So etwas hatte man noch nie gesehen – und würde man auch nie wieder sehen!

Was bleibt noch zu erwähnen? Das Buffet – die Tische bogen sich unter selbstgemachten Salaten, Dips, Obstspießen und vielen anderen kulinarischen Köstlichkeiten – , perfekt zubereitete Würstchen und Steaks vom Grill, leckere Getränke, die Tombola mit über 100 gespendeten Preisen, Urkundenübergabe an die besten Artisten(alle Mitwirkenden standen als Sieger auf dem Ersten Platz), Lagerfeuerromantik in der Manege, sportliche, mit viel Beifall bedachte Vorführung der Jugendlichen im beleuchteten Pool – und die „geile Mucke“ von DJ Achim, nach der alle Tanzwütigen auf der Tanzfläche abrockten, egal ob 13 oder fast 70, – das war einfach SPITZE!

Den Abschluss bildete am Sonntagmorgen ein gemeinsames Frühstück bei Juliette, das sie mit Hilfe einiger Frauen vom Platz perfekt vorbereitet hatte. Viele blieben anschließend zum Aufräumen und Abbauen, sodass bis mittags alles fertig war. Und auch vorbei? Nein, nicht wirklich: Was wir in diesem Jahr gemeinsam auf die Beine gestellt haben, das bleibt in unserer Erinnerung – wir sind näher zusammengerückt, durch ein Fest, bei dem es viele spendable Unterstützer, bereitwillige Helfer, aktiv Beteiligte mit fantasievollen Ideen und ein tolles Miteinander von Kindern, Jugendlichen und älteren Semestern gab. Genau die richtige Party für einen Geburtstag, an dem man 50 Jahre jung wird.

Anke E.

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