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Unter die Lupe genommen von Christoph Müller

Groß ist die Gefahr, dass die Wochenenden im Herbst und Winter lang werden. Wer diesem Missgeschick nicht in die Augen sehen möchte, der findet in dem Buch „99 Tipps für Drinnen und Draußen – Familienzeit im Ruhrgebiet“ manche Alternative. Runter vom Sofa, ab in die Erlebniswelten – so ist die Botschaft des Buchs zu verstehen.

Kerstin Röhrich und Markus Helmich halten sich nicht groß mit Worten auf. Nach knappen Reiseempfehlungen stellen sie Museen und Schwimmbäder, Industriedenkmäler und Sportstätten vor. Röhrich und Helmich verstehen das eigene Buch als „Überlebenshandbuch für Familien“. Es sei zwischen Rhein und Ruhr kein Problem, jeden Tag ein Abenteuer zu erleben. Mit hohen Kosten sind die Abenteuer nicht zwingend verbunden.

Es scheint so zu sein, dass Röhrich und Helmich das Buch aus der Erfahrung mit den eigenen Kindern heraus geschrieben haben. Schließlich sind die eigenen Sprößlinge für so manche Abwechslung gut, die man nie erwartet hätte. Röhrich und Helmich versäumen es nicht, die „Ruhr.TopCard“ zu thematisieren. Denn diese familienfreundliche Eintrittskarte zu einem jährlichen Pauschalpreis öffnet interessierten Menschen entweder kostenlos oder zu einem deutlich reduzierten Preis die Pforten zu mancher Attraktion.

Helmich und Röhrich dokumentieren mit dem Buch, dass Spiel und Spaß, Bildung und Abwechslung nicht gesellschaftlichen Gruppen vorbehalten ist, die wirtschaftlich liquide sind. Die „Spieliothek“ in Marl ist nicht nur mit freiem Eintritt zu erreichen. Dort finden Menschen, die Lust auf Gesellschaftsspiele haben, geradezu ein Eldorado vor – fernab der elektronischen Spiele der Gegenwart. Das „Museum Strom und Leben“ in Recklinghausen ist nicht nur Deutschlands größtes Elektrizitätsmuseum. Der Zugang wird selbst für Familien so preiswert angeboten, dass der Ticketpreis einen symbolischen Wert hat. Ähnliches gilt für die DASA, die Deutsche Arbeitsschutz-Ausstellung, in Dortmund, die stets einen Besuch wert ist.

Der Zeit voraus ist Röhrichs und Helmichs Buch mit der umfangreichen Erwähnung des „DFB – Fussballmuseums“ in Dortmund, das im Oktober eröffnen wird. Gleichzeitig findet sich dort das „Top Secret -Institut für Spionage“ in Oberhausen. Dieses erlebnisreiche Museum hat Ende April die Türen geschlossen und wird an einen anderen Standort (außerhalb NRWs) umsiedeln. Aus dem Schatten holt das Buch die Modelleisenbahnwelt „Oktorail“ im Essener Grugapark. Für die EDG Mountainbike-Arena Deusenberg“ in Dortmund gilt dasselbe. Wo die Hafenrundfahrt in Duisburg – Ruhrort angesprochen wird, dort vergessen Röhrich und Helmich leider die „versteckten Häfen“ zu erwähnen, die auch ihren ganz eigenen Reiz in Europas größtem Binnenhafen haben.

Es sind viele herausragende Erlebnisangebote, von denen Röhrich und Helmich in dem Buch berichten. Sie geben bekanntlich dem Ruhrgebiet ein Gesicht. Der kleine Reiseführer zeigt, dass die Metropolregion einen ständigen Wandel erlebt, der viele Früchte trägt. Die jungen wie die alten Menschen können von den Ausflugstipps des Buchs „99 Tipps für Drinnen und Draußen“ profitieren. Was will man eigentlich mehr ?

Kerstin Röhrich / Markus Helmich: 99 Tipps für Drinnen und Draußen – Familienzeit im Ruhrgebiet“, Droste Buchverlag, Düsseldorf 2015, ISBN 978-3-7700-1466-8, 216 Seiten, 14.95 Euro.