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Katalog zum Deutschen Fußballmuseum

Von Christoph Müller (Familien-Sport-Gemeinschaft Nordrhein-Westfalen)

„Fußball ist längst mehr als ein Spiel, Fußball ist Leidenschaft, pure Emotion, aber auch ein globaler Wirtschaftsfaktor, Kulturgut und gesellschaftliche Kraft.“ Mit diesen markigen Worten begrüßt das Editorial des Buchs „Mehr als ein Spiel“ die Leserin und den Leser. Es verspricht nicht zuviel. Denn es sucht nach den Tiefgründigkeiten in der Geschichte des deutschen Fußballs und den Phänomenen, die sich um das Leder herum immer wieder zeigen.

Kenntnisreiche und namhafte Autoren haben die Verantwortlichen des Fußballmuseums in Dortmund versammelt, um dem Katalog einen würdigen Charakter zu geben. Sie haben einen ebenso kurzweiligen wie amüsierenden Spaziergang in Buchform durch das Deutsche Fußballmuseum gestaltet. Natürlich beschreiben sie die Architektur und die Dauerausstellung des „Ballfahrtsort“ in Dortmund. Mit „monumentalen Momenten erklären sie den „Fußball im Bedeutungszusammenhang von Geschichte, Kultur und Emotionen“. In diesem Zusammenhang schreibt Manuel Neukirchener: „Die Liebe zum Fußball, sein großes Zusammengehörigkeitsgefühl, zeigt sich tausendfach im Kleinen, im Unspektakulären … die gesellschaftliche Kraft des Fußballs zeigt sich Tag für Tag auf den unzähligen Sportplätzen der Republik, wenn Kinder, Jugendliche und Erwachsene über alle Milieus hinweg gemeinsam Fußball spielen und auf Punkt-und Torejagd gehen.“ (29)

Auch wenn das Buch „Mehr als ein Spiel“ als ein Katalog zum Deutschen Fußballmuseum angelegt ist, so räumt es glücklicherweise unzähligen Fragen breiten Raum ein. Die Dokumentation der Dauerausstellung bleibt in einem verträglichen Rahmen. Man hat einen Eindruck oder behält in Erinnerung, wie die Ausstellungsräume gestaltet sind. Mit großem Interesse blättert der Fußballfan durch die inhaltlichen Beiträge. Christoph Biermann schreibt in seinem Beitrag „Modern spielt, wer gewinnt“ über die Arbeit der Fußballtrainer. Ronald Reng blickt „mit dem Verein im Herzen“ auf die „Entwicklung des Vereinsfußballs“.

Knut Hartwig denkt in seinem Aufsatz „Gelebte Verehrung“ über „Fans und Fankulturen“ nach. Hartwig schreibt: „Für viele ist das Stadion mehr Kult-als reine Sportstätte.“ Dies hat wohl vielfältige Gründe, wenn man sich durch das Buch „Mehr als ein Spiel“ liest. Vielen Fans bleibe gar nicht erst die Chance, sich frei zu entscheiden, „wenn nämlich der Vater den Nachwuchs unmittelbar nach der Entbindung – noch vor dem Gang zum Standesamt – bei seinem Lieblingsverein anmelde. Weiter: „ Wird das verpasst, erfolgt die Infizierung mit dem Vereinsvirus im Taufbecken der Stadionkapelle, in der sich viele auch bei ihrer Hochzeit noch bekehren lassen.“

Oder anders formuliert: Der Fan findet in der Fankultur seine Legitimation, indem sich in ihr, in der Fankultur ein Emanzipationsprozess widerspiegelt. Der Fan hat sich herausbewegt aus der anonymen Kulisse und macht sich über sein Wirken als kritischer Geist bemerkbar … Ohne seine Fans hätte sich der Sport nicht zu dem begeisternden Stück Alltagskultur entwickelt, das heute Millionen von Menschen in seinen Bann zieht.“

Es macht wirklich Spaß, sich am Abend auf dem Sofa durch das Buch „Mehr als ein Spiel“ zu blättern und zu lesen. Es ist eine tolle Ergänzung zu einem Besuch des Deutschen Fußballmuseums in Dortmund. Lassen Sie die Gelegenheit nicht verstreichen.

Ausstellungsrundgang

http://www.klartext-verlag.de/bookdetail.aspx?x=1&ISBN=978-3-8375-0973-1

Manuel Neukirchner (Hrsg.): Mehr als ein Spiel -Das Buch zum Deutschen Fussballmuseum, Klartext-Verlag, Essen 2015, ISBN 978-3-8375-0973-1, 257 Seiten, 19.95 Euro.

 

Fotos:Quelle: DFM/Roesner