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Von Christoph Müller

Wem würde es nicht gefallen, einmal den Siegerpokal der Fußball-Weltmeisterschaften 2014 in den Händen zu halten, als die deutsche Fußball-Nationalmannschaft als Turniersieger aus Brasilien zurückgekehrt ist ? Wer hätte nicht Spaß daran, einmal mit dem Autobus durch die Straßen zu fahren, mit dem die deutsche Fußball-Nationalmannschaft vom Flughafen Tegel bis zur Fan-Meile am Brandenburger Tor in Berlin gefahren ist ? Wem würde es nicht ein Lächeln ins Gesicht zaubern, wenn man den Schuh des Stürmers Mario Götze in den Händen halten dürfte, mit dem er das Siegtor geschossen hat ? Diese Träume kann man im Deutschen Fußballmuseum in Dortmund zwar nicht in die Tat umsetzen. Doch kommt man diesen eigenen Ideen sehr nahe.

Es ist nicht nur der WM-Sieg der deutschen Fußball-Nationalmannschaft, den es nachzuempfinden gilt. Schon die Sieger der Fußball-Weltmeisterschaften 1954 um den Kapitän Fritz Walter werden in den neu gebauten Ausstellungsräumen eindrucksvoll vorgestellt. Auf dem Bildschirm eines Fernsehgerätes aus den 1950er – Jahren kann man die Ausschnitte einer Übertragung aus dem Wankdorf-Stadion im schweizerischen Bern sehen – natürlich mit der legendären Reporterstimme von Herbert Zimmermann. Man spürt, wie wichtig dieser Erfolg für die Entwicklung einer von zwei Weltkriegen und einer Diktatur gebeutelten Nation gewesen sein muss. Unvorstellbar, dass in der Gegenwart die Philipp Lahms, die Thomas Müllers und die Manuel Neuers mit einem einfachen Reisezug durch die halbe Republik reisen und stundenlang mit dem Winken aus den Fenstern den Anhängern Dankeschön sagen.

Das Deutsche Fußballmuseum stellt die Faszination des Fußballs auf eine Weise dar, die auf dem Stand der Zeit sind. Die Besucherinnen und Besucher können mit dem Blick auf alte Zeitungsausschnitte nachvollziehen, dass Fußballspieler neben dem Sport noch in einem bürgerlichen Beruf tätig gewesen sind. Sie können sehen, dass die Prämie für einen besonderen Sieg möglicherweise lediglich eine Armbanduhr gewesen ist. Natürlich wird sichtbar, wie sich der Fußball mit dem Entstehen der Fußball-Bundesliga professionalisiert hat.

Historische Einblicke sind das Eine. Wie sich die fußballspielenden Mädchen und Frauen „vermehrt“ haben, ist nachzuempfinden. Wie sehr der Fußball in der früheren DDR eine politische Rolle gespielt hat, dies wird auch dokumentiert. Andererseits wird durch interaktive Darstellungen und multimediale Inszenierung die Faszination des Fußballs außerhalb des Stadions erlebbar. Der Besuch des Deutschen Fußballmuseums lässt niemanden unberührt.

Innerhalb von drei Stunden, die man sicher für den Besuch des beeindruckenden Museums einplanen muss, sollte es eine Garantie für die emotionale Anteilnahme geben, oder ? Dem Deutschen Fußballmuseum würde man auf jeden Fall auch einige Sonderaustellungen wünschen, die sich mit der Fankultur im deutschen Fußball, den historischen Entwicklungen des Merchandising der Fußballvereine oder mit dem Wandel der Stadion-Architektur beschäftigen.

Ganz auf Tuchfühlung mit den Devotionalien kann man in Dortmund nicht gehen. Dies macht nichts. Schließlich bildet die Dauerausstellung irgendwie auch den eigenen Lebensweg ab. Wer ist nicht mit der Stimme von Werner Hansch, Manni Breuckmann oder Sven Pistor in den Jahren groß oder alt geworden ?

Fußball ist mehr als ein Spiel

Fotos:Quelle: DFM/Roesner

https://www.fussballmuseum.de