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Es geht durch Mark und Bein

 

Das „Friedensmuseum“ an der „Brücke von Remagen“

Es wirkt so nah und ist doch so weit. Mit diesem Gedanken schlendert man durch das Friedensmuseum in Remagen. Es ist im linksrheinischen Pfeiler der Brücke von Remagen. Kurz vor Ende des zweiten Weltkriegs ist die wichtige Verkehrsverbindung zwischen Remagen und Erpel in Rheinland-Pfalz Ort heftiger kriegerischer Auseinandersetzung zwischen der deutschen Wehrmacht und der US – Armee gewesen.

Berühmt ist die „Brücke von Remagen“ durch den gleichnamigen US-amerikanischen Film geworden. Heute erinnert das „Friedensmuseum von Remagen“ nicht nur an den beeindruckenden Streifen, sondern vor allem an die historischen Ereignisse. Es ist eine der letzten Rheinquerungen gewesen, die natürlich strategische Bedeutung gehabt hat. So haben sich die amerikanischen und die deutsche Streitkräfte einander in die Kanonenrohre geschaut.

In diesem Jahr jähren sich die kriegerischen Auseinandersetzungen zum siebzigsten Male. Es jährt sich auch das Versinken der Brücke in den Rheinfluten, bei dem bald drei Dutzend amerikanische Soldaten den Tod gefunden haben. Es geht dem Besucher des Friedensmuseum durch Mark und Bein, durch diesen geschichtsträchtigen Ort zu gehen. Immer wieder erinnert sich der Museumsbesucher an den Film, stellt sich vor, wie sich die feindlichen Truppen gegenübergestanden haben.

Erkennungsmarken der damaligen Zeit sind hinter dem Vitrinenglas. Soldatenhelme werden mit dem Tageslicht beleuchtet, während es dem Besucher möglich ist, durch die Schießscharten zu schauen. Es ist ein Hin-und Hergerissensein, das sich im Körper breit macht, während der Blick aus dem linksrheinischen Brückenportal auf das rechte Ufer und die baulichen Überreste möglich ist.

Es ist nicht nur so, dass den zeitgenössischen Besucher der Museumsbesuch bewegt. Filmemacher haben sich beeindrucken lassen. Fotografen und Schriftsteller haben ihre Eindrücke von der Erinnerungsarbeit in Remagen für die Ewigkeit zugänglich gemacht. Der Fotograf Hilmar Pabel hat beispielsweise über Bilder geschrieben, die er in Remagen gemacht hat: „Ich habe davon geträumt, dass diese Bilder in allen Parlamenten der Großmächte, in Ost und West, vier mal fünf Meter groß an den Wänden hängen würden als Mahnmale für eine wirkliche Friedenspolitik.“

Der Besuch im „Friedensmuseum“ in Remagen macht den zweiten Weltkrieg nochmals spürbar. Dieses von einem privaten Verein lebende Museum unterhaltene Mahnmal warnt vor der Alltäglichkeit des Grauens, der in so manchen politischen Auseinandersetzungen auf die Spitze getrieben wird. Es ist natürlich so, dass diese Ausstellung von dem Mythos lebt, den der Film „Die Brücke von Remagen“ geschaffen hat.

Entgegen vielen Museumserfahrungen in Deutschland, wo wirklich viele Reste von Gebäuden und Kampforten sichtbar, wird in Remagen greifbar, was in der Vergangenheit dort geschehen sein muss. Die architektonische Schlichtheit des Brückenportals auch im Innern tut ihr übriges, um sich in die Erinnerung des Besuchers einzuprägen.

 

Es wirkt so weit und ist doch so nah. Dorthin geht man immer wieder.

 

http://www.bruecke-remagen.de

 

 Fotos und Text: Christoph Müller 

 

Christoph Müller (Familien-Sport-Gemeinschaft Nordrhein-Westfalen)