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Spurensuche in die jüngere Vergangenheit

Regierungsbunker in Bad Neuenahr war das geheimste Bauwerk der Bundesrepublik

Es ist eine Spurensuche in die jüngere Vergangenheit der Bundesrepublik Deutschland, die die Dokumentationsstätte Regierungsbunker in Bad Neuenahr – Ahrweiler ermöglicht. Denn der Regierungsbunker in den Rotweinhainen an der Ahr hätte der bundesdeutschen Führungselite für die ersten 30 Tage nach einem atomaren Schlag Unterschlupf geboten. Oder noch mehr: in den Betonstollen an der Ahr wäre die Funktionsfähigkeit Deutschlands gewährleistet worden.

So ist es ein Ausflug in die Zeit des Kalten Krieges, als die NATO – Staaten den Nationen des Warschauer Paktes gegenüberstanden. „Der Regierungsbunker im Ahrtal war das geheimste Bauwerk in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland“, so hört man während der begleiteten Führungen durch den ehemaligen Regierungsbunker. Als Ausbildungsstätte für das Technische Hilfswerk (THW) ist er offiziell gebaut worden.

Sie glauben nicht, dass ein Bundeskanzler im atomaren Notfall lediglich auf einer Pritsche geschlafen hätte. Im Regierungsbunker in Bad Neuenahr – Ahrweiler wird offenbar, wie begrenzt auch die Möglichkeiten höchster Regierungsmitglieder gewesen wären, wenn sich die NATO – Staaten und die Warschauer Pakt – Staaten kriegerisch auseinandergesetzt hätten. In all den Jahren, in denen der Regierungsbunker zur Verfügung gestanden hat, sind ständig knapp 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit der Aufrechterhaltung der Funktionsfähigkeit beschäftigt gewesen.

Was dies an Geheimhaltung bedeutet hat, mag man sich in der Gegenwart nicht vorstellen. Wenn alle zwei Jahre mit Beamten, Soldaten und vielen anderen Übungen im Bunker stattgefunden haben, so ist den Teilnehmerinnen und Teilnehmern auch nicht unbedingt vorher mitgeteilt worden, wofür sie jetzt nach Bad Neuenahr – Ahrweiler kommen. Wenn sie dann die Kriegsübungen inmitten der Rotweinsteige hinter sich gebracht hatten, mussten auch sie schweigen.

Wer kann sich denn vorstellen, mehrere Tage ohne Tageslicht und scheinbare Frischluft zu leben ? Während der anderthalb bis zweistündigen Führungen durch den Regierungsbunker bekommt die Besucherin bzw. der Besucher ein Gefühl dafür, welch einschneidende Erfahrung dies gewesen sein mag.

Gigantisch ist es gewesen, was innerhalb von nur drei Jahren gebaut worden ist. Gigantisch sind auch die Baumaßnahmen, die man im Regierungsbunker aus der Nähe betrachten kann. 17.3 Kilometer Ausmaß hat der Regierungsbunker gehabt, der nach einem Bundestagsbeschluss von 1997 in den Jahren 2001 bis 2006 zurückgebaut worden ist. Im Jahre 2008 wurde er zur Dokumentationsstätte. So hat der historisch interessierte Besucher, aber auch die historisch neugierige Besucherin so manche neue Erkenntnis, die beim Abstieg des Ahrsteigs diskutiert werden kann.

 

 

 

Text: Christoph Müller

Fotograf: Sascha Kelschenbach

 

Wer mehr wissen will:   http://www.regbu.de/