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Tiefe Sicht in die Mentalität politischer Systeme

Ausstellung „Intime Blicke“ beschäftigt sich mit Liebe und Erotik in der Spionage“

Wer nicht glaubt, dass es eine große Nähe zwischen Spionage und Erotik gibt, der sollte in diesen Tagen die Sonderausstellung „Intime Blicke“ in der Oberhausener Erlebnisausstellung „Top Secret – Die Welt der Spionage“ besuchen. Denn bis zum 31. Dezember 2014 wird dort ein aufmerksamer Blick auf „Liebe und Erotik in der Spionage“ geworfen. „Bis heute wird die Privatsphäre von Menschen durchbrochen und Freundschaften missbraucht, um Informationen zu gewinnen“, heißt es im Katalog der einzigartigen Ausstellung.

So gewährt die Exposition Einblicke in das Leben von Mata Hari und Coco Chanel. Mit dem intensiveren Blick auf Marita Lorenz, der einstigen Partnerin des kubanischen Staatsmanns Fidel Castro, setzt die Ausstellung „Intime Blicke“ einen besonderen Akzent. Die gebürtige Deutsche hat ein Leben und „eine Liebe zwischen Revolution und Verrat“ gelebt. Für die CIA hat sie den kubanischen Machthaber töten sollen. Die Liebe zu Castro hat dies verhindert. Ihr Lebensweg, auf dem sie unter anderem auch dem venezolanischen Diktator Marcos Pérez Jiménez und dem Kennedy-Attentäter Lee Harvey Oswald begegnete, ist so schillernd, dass ihre Geschichte den Betrachter begeistert.

Es ist ein weiter Bogen, den die Sonderausstellung „Intime Blicke“ im Oberhausener Spionage-Museum spannt. Liebe und Erotik in der Spionage des ersten Weltkriegs sind genauso Thema wie am Beispiel Coco Chanels der Blick auf das Verhältnis zwischen Haute Couture und Spionage zu Zeiten des zweiten Weltkriegs. Die neuere bundesdeutsche Geschichte wird spürbar, wenn das Ehepaar Guillaume, deren Enttarnung zum Sturz des Bundeskanzlers Willy Brandt geführt hat, näher unter die Lupe genommen wird.

Nicht erst seit den James Bond-Filmen ist klar, dass es ein enges Miteinander von Liebe, Erotik und Spionage gibt. Mit Filmplakaten aus den verschiedenen James Bond-Zeiten kann die Ausstellung „Intime Blicke“ natürlich aufwarten. Die Auseinandersetzung geht jedoch weiter, wenn „Intime Blicke“ danach fragt, ob Agenten-Filme „realistische Darstellung oder reine Fiktion“ sind. Aufgelöst wird diese Frage nicht. Lassen Sie sich bei einem Gang durch die Ausstellung auf die Annäherung ein.

Dass die Staatssicherheit in der ehemaligen DDR sich der Prostitution bediente, um nachrichtendienstlich zu arbeiten, erscheint geradezu selbstverständlich. Die Machthaber im östlichen Teil Deutschlands gingen sogar so weit, dass die Informationsgewinnung von größerer Relevanz war als die Wertvorstellungen der Zeit. Zu diesem Schluss kommt die Sonderausstellung „Intime Blicke“.

„Intime Blicke“ lässt tief in die Mentalität politischer Systeme schauen, die die Alltäglichkeit nutzt, um Spionage zu betreiben. Eine starke Ausstellung!!!

Wer mehr wissen will: http://topsecret-oberhausen.de/aktuelles/sonderausstellung-intime-blicke.htmlChristoph Müller (Familien-Sport-Gemeinschaft Nordrhein-Westfalen)